Schruhbrand vs Glasurbrand
Der Schruhbrand hartet rohen Ton zu poroser, leicht handhabbarer Ware, meist auf einem niedrigen Kegel wie 06 oder 04, mit einer langsamen fruhen Aufheizung, damit Wasser und Organik sicher entweichen. Der Glasurbrand schmilzt die Glasur auf bereits geschruehte Ware, oft heisser, mit einer Haltezeit nahe dem Pik, um die Oberflache zu glatten.
| Schruhbrand | Glasurbrand | |
|---|---|---|
| Ziel | Rohen Ton zu poroser, handhabbarer Ware harten | Glasur zu einer glatten, versiegelten Oberflache schmelzen |
| Typischer Kegel | 06 bis 04 (Niedrigbrand) | 06 bis 04 niedrig, oder 5 bis 6 mittel, oder 9 bis 10 hoch |
| Fruhe Aufheizung | Langsam, um Wasser auszutreiben und Organik zu verbrennen | Kann schneller sein, die Ware ist bereits trocken und sauber |
| Vorwarmen | Wichtig, besonders bei dicker oder feuchter Ware | Kurz, vor allem um Oberflachenfeuchte zu entfernen |
| Haltezeit am Pik | Meist keine | Eine kurze Haltezeit hilft der Schmelze, glatt zu werden und zu heilen |
| Zustand danach | Porose Schruhware, bereit zum Glasieren | Fertig, lebensmittelecht wo die Glasur es erlaubt |
Warum der Schruh langsamer aufheizt
Roher Ton halt Wasser, das man nicht sieht, und organisches Material aus dem Tonkorper. Erhitzt man ihn zu schnell, schlagt dieses Wasser schlagartig in Dampf um, im Inneren der Wand, was einen Topf reissen oder sogar zerbersten lassen kann. Eine Schruhkurve beginnt deshalb mit einem sanften Anstieg, oft nahe 80 F pro Stunde bis 250 F mit einem Vorwarmen, und geht dann ruhig durch die Ausbrand- und Quarzumwandlungszonen, bevor sie den Kegel erreicht. Ein ublicher langsamer Schruh auf Kegel 04 dauert etwa 13 Stunden.
Das standardmassige langsame Schruhprogramm in den Steuerungen von Bartlett, Skutt und L&L heizt mit 80 F/hr bis 250 F, 200 F/hr bis 1000 F, 100 F/hr bis 1100 F, 180 F/hr bis 1695 F auf, dann 80 F/hr bis zum Kegel. Das ist die Form, der die Schruhkurven dieser Seite folgen.
Quelle: Bartlett-Werksprogramme fur den Kegelbrand, wiedergegeben von SDS Industries (kilncontrol.com) und Ceramic Arts Network.Warum Glasurbrande eine Haltezeit hinzufugen
Beim Glasurbrand ist die Ware bereits geschrueht, daher kann die fruhe Aufheizung etwas schneller sein. Spannend wird es am Pik: Glasuren schmelzen und fliessen auf dem letzten Stuck, und eine kurze Haltezeit, oft funf bis funfzehn Minuten, gibt der Schmelze Zeit, sich einzuebnen und kleine Nadelstiche und Blasen zu heilen. Bei glanzenden Glasuren, die Nadelstiche bilden, wirkt ein kontrolliertes Absenken mit Haltezeit, schnelles Abkuhlen knapp unter dem Pik und Einsumpfen, sogar noch besser. Der Kurvengenerator bietet das als Option bei Glasurbranden an.
Wahlen Sie Ihren Brand und erstellen Sie die Kurve
Wahlen Sie Schruh oder Glasur im Generator, stellen Sie Kegel und Geschwindigkeit ein, und er legt die richtigen Aufheizungen und Haltezeiten fur diesen Brandtyp an, mit dem aus der Orton-Kegeltabelle gelesenen Pik.
Quellen
- Orton-Temperaturtabelle der pyrometrischen Kegel, ortonceramic.com.
- Bartlett / Skutt / L&L Werksprogramme fur den Kegelbrand (SDS Industries, kilncontrol.com; skutt.com; hotkilns.com).
- Begrundung fur Absenken mit Haltezeit: digitalfire.com, PLC6DS-Kurve.
Haufige Fragen
Schruhe ich vor dem Glasieren?
Fast immer, ja. Der Schruhbrand verwandelt zerbrechliche Rohware in porose, robuste Ware, die leicht zu handhaben ist und Glasur gleichmassig aufnimmt. Sie konnen rohglasierte Rohware im Einmalbrand brennen, aber das ist schwieriger, daher schruhen die meisten Werkstatten zuerst, meist auf Kegel 06 oder 04, und brennen dann die Glasur.
Warum wird der Schruh oft heisser gebrannt als die Glasur?
Es ist ublich, auf Kegel 04 zu schruhen und Niedrigbrandware auf Kegel 06 zu glasieren, also ist der Schruh der heissere der beiden. Das macht den Schruhkorper etwas weniger saugfahig und haltbarer, wahrend der niedrigere Glasurbrand die hellen Farben der Niedrigbrandglasuren schutzt. Bei Mittel- und Hochbrand ist der Glasurbrand der heissere.
Kann ich Schruh und Glasur in einem Brand brennen?
Einmalbrand ist moglich und spart Zeit und Energie, verlangt aber eine sorgfaltige Kurve: eine langsame fruhe Aufheizung, um Wasser und Organik aus dem rohen Ton zu treiben, dann der Anstieg zur Glasurreife. Die meisten Anfanger erzielen zuverlassigere Ergebnisse, wenn sie den Schruh zuerst separat brennen.